Polenfahrt 7
Schule & Erziehung

Erinnern, Verstehen, Verantwortung tragen – Studienfahrt der Q2 nach Polen

Vom 15. bis 20. März 2026 begab sich die Q2 auf eine sechstägige Studienfahrt nach Polen, die ganz im Zeichen des Erinnerns, Lernens und persönlichen Erlebens stand. 

Ziel der Reise war es, jüdisches Leben in Polen kennenzulernen, historische Orte zu besuchen und sich intensiv mit der Geschichte der Schoa auseinanderzusetzen. Die Fahrt führte die Schülerinnen und Schüler nach Warschau, Lublin, Łańcut und Krakau – Orte, die auf eindrückliche Weise von der reichen jüdischen Kultur ebenso wie von ihrer Zerstörung während der nationalsozialistischen Verfolgung erzählen.

© Jüdische Gemeinde Frankfurt

Bereits im Vorfeld hatten sich die Schülerinnen und Schüler in drei intensiven Blocktagen auf die Reise vorbereitet. Darin setzten sie sich mit der Geschichte der Schoa, jüdischem Leben in Polen, den historischen Hintergründen der besuchten Orte sowie mit Fragen der Erinnerungskultur auseinander. Diese Vorbereitung bildete eine wichtige Grundlage, um die Eindrücke vor Ort bewusst wahrzunehmen und einordnen zu können.

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In Warschau wurde schnell deutlich, welche Bedeutung diese Reise haben würde. Am Denkmal der Helden des Ghettos und im POLIN-Museum beschäftigte sich die Gruppe mit der bunten und vielfältigen Geschichte von Jüdinnen und Juden in Polen vor der Schoa, aber auch der Zerstörung des jüdischen Lebens während der nationalsozialistischen Herrschaft. Der Besuch der jüdischen Gemeinde und das gemeinsame Abendessen bei Chabad vermittelten zugleich einen Einblick in das heutige jüdische Leben. Weitere Stationen wie der jüdische Friedhof an der Okopowa-Straße, die Nożyk-Synagoge und das ehemalige Ghetto-Viertel machten Geschichte greifbar und persönlich.

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In Lublin besuchte die Gruppe die berühmte Jeschiwa, einst die größte Talmudschule der Welt, und folgte den Spuren der jüdischen Bevölkerung durch die Altstadt und zu Orten der Deportationen. In Łańcut und Krakau stand das jüdische Leben vor dem Krieg im Mittelpunkt – eindrucksvolle Synagogen, Friedhöfe und das jüdische Viertel Kazimierz zeigten die kulturelle Vielfalt und Bedeutung jüdischen Lebens in Polen. Immer wieder hatten die Schülerinnen und Schüler auch Gelegenheit, die Städte in Kleingruppen auf eigene Faust zu erkunden, durch Altstädte zu gehen, Orte des heutigen Lebens zu entdecken und persönliche Eindrücke zu sammeln. Diese Freiräume ermöglichten es, Geschichte und Gegenwart miteinander zu verbinden.

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Der emotionalste Teil der Studienfahrt war der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Bei Führungen durch beide Lager und einer gemeinsamen Gedenkzeremonie mit Kerzenzünden wurde das unermessliche Leid der Opfer spürbar. In Gesprächen während und nach dem Besuch zeigte sich, wie tief dieser Ort alle berührt hatte – für einige auch deshalb, weil die Geschichte von Auschwitz eng mit den Erinnerungen und Erfahrungen früherer Generationen ihrer eigenen Familien verbunden ist. Die Begegnung mit diesem Ort wurde für viele zu einem stillen Moment des Innehaltens und der Verantwortung.

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Die Studienfahrt nach Polen war weit mehr als eine gewöhnliche Kursfahrt. Als erste Kursfahrt dieser Art erwies sie sich gelungen: inhaltlich fundiert, emotional bewegend und pädagogisch wertvoll. Für die Q2 bleibt sie eine prägende Erfahrung, die dazu beiträgt, das Gedenken an die Opfer der Schoa wachzuhalten und jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart bewusst wahrzunehmen.

Polenfahrt 14
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Polenfahrt 9
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