Bekanntgabe der Preisträger des Beni-Bloch-Preises für Jugendengagement 2026
Heute, am 14. Februar 2026, wäre Benjamin „Beni“ Bloch sel.A., langjähriges Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde und ehemaliger Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) 83 Jahre alt geworden.
Die aus dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde bestehende Jury hat aufgrund der beeindruckenden Bewerbungen entschieden in diesem Jahr keine Platzierung der Preisträger vorzunehmen, sondern drei Gewinner-Projekte gleichermaßen zu würdigen und jedem Preisträger ein Preisgeld in Höhe von 500 € zu vergeben.
Ihnen allen gebührt ein herzlicher Glückwunsch und ein großes Lob für ihre vorbildliche Arbeit.
Die drei prämierten Projekte des Beni-Bloch-Preises für Jugendengagement 2026 sind:
Projekt 1: „Jüdisches Leben sichtbar machen – die Synagoge Unterlindau 23“, Evangelisch-reformierte Gemeinde Frankfurt in Kooperation mit der Französisch-reformierten Gemeinde Frankfurt
Das KonfirmandInnen-Projekt „Jüdisches Leben sichtbar machen – die Synagoge Unterlindau 23“: der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt in Kooperation mit der Französisch-reformierten Gemeinde Frankfurt stellt die Recherchearbeit zur während des Holocaust zerstörten Frankfurter Synagoge Unterlindau 23 in den Mittelpunkt. Dabei beschäftigten sich 12 KonfirmandInnen im Alter 11-14 Jahre mit der Geschichte der Synagoge und den Menschen, die dieser nahe standen. Es entstanden dabei zwei wesentliche Projektergebnisse: 1. Eine Anleitung zum Rundgang zu Orten und Personen rund um die Synagoge Unterlindau 23, die in der Frankfurt History App verfügbar ist und 2. analoge und digitale Rekonstruktionen der zerstörten Synagoge, die bereits vielerorts in Frankfurt ausgestellt wurden. Die Jury erkannte darin eine beeindruckende Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte in Frankfurt während der Shoa und eine kreative Wissensvermittlung, die den jungen Menschen einen persönlichen Zugang ermöglicht und damit zur Förderung einer aktiven und nachhaltigen Gedenkkultur beiträgt.
Projekt 2: „Jüdisches Leben in Bockenheim sichtbar machen – der jüdische Friedhof an der Sophienstraße 70“, Max-Beckmann-Schule in Frankfurt
Das Schulprojekt „Jüdisches Leben in Bockenheim sichtbar machen – der jüdische Friedhof an der Sophienstraße 70“ der Max-Beckmann-Schule in Frankfurt erforschte das jüdische Leben im Stadtteil Bockenheim vor der Zeit des Nationalsozialismus. Etwa 30 SchülerInnen der Jahrgangsstufe 12 und 13 forschten zur Geschichte des hinter ihrer Schule liegenden jüdischen Friedhofs und rekonstruierten anhand ausgewählter Grabsteine jüdische Biografien und setzten sich aktiv mit der jüdischen Religion und der jüdischen Geschichte in Bockenheim auseinander. Dabei wurden sie u.a. wissenschaftlich vom Buber-Rosenzweig-Institut oder vom Fritz-Bauer-Institut begleitet. Am Ende des Forschungsprojekt wurde eine nunmehr dauerhaft installierte Gedenktafel am Friedhof angebracht. Für die Jury ist dieses Projekt ein vorbildliches Beispiel dafür, wie Frankfurter jüdische Geschichte und ihre authentischen Orte durch Engagement junger Menschen der Vergessenheit entrissen und die Sichtbarkeit früheren jüdischen Lebens in unserer Stadt als Lern- und Erinnerungsort zugänglich und erfahrbar gemacht werden können.
Projekt 3 „Geschichte im Gespräch – Von der Begegnung mit Leonid Vinderman zu einer gelebten Erinnerungskultur“, Erich Kästner-Schule Maintal Bischofsheim
Das Schulprojekt der Erich Kästner-Schule in Maintal Bischofsheim thematisiert die Begegnung mit Shoa-Überlebenden in Zeiten, in denen diese tagtäglich schwinden und es somit immer weniger Möglichkeiten eines persönliches Treffens gibt. Die Begegnung des 10. Jahrgangs der Schule mit dem 95-jährigen Shoa-Überlebenden Leonid Vinderman sel.A. im März 2025 war eingebettet in einer Unterrichtsreihe anlässlich des 80. Gedenktages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Dabei wurden über eine Woche hinweg diverse Erinnerungsformate, wie die Beteilung an der Gedenk-Kampagne „Remember This“ oder das Zeigen von Videobeiträgen von Shoa-Überlebenden veranstaltet. Zudem entstanden weitere Projekte, wie der Besuch von thematisch bezogenen Ausstellungen und Projektarbeiten zu jüdischer Geschichte in Maintal oder zu Themen der Demokratieförderung. Die dabei gebildeten Kooperationen, z.B. mit der Jewish Claims Conference oder der weitere Austausch mit Shoa-Überlebenden wie Eva Szepesi und ihren Angehörigen stellen eine profunde Etablierung einer würdigen Erinnerungskultur dar, so die Jury. Aus einer wichtigen Begegnung mit einem Zeitzeugen, ist nach Meinung der Jury ein gesamtschulisches Bewusstsein für das Erinnern und eine überzeugte Haltung gegen das Vergessen geworden, das ein Vorbild für Schulen bundesweit sein sollte.
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