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09.11.2019 / Heshvan - Kislev

JKW 2019: Die Abwesenheit von Licht | Eine künstlerische Intervention im öffentlichen Raum

Der 9. November 1938 markiert ein einschneidendes Datum. Synagogen wurden geplündert, in Brand gesteckt und zerstört, Friedhöfe geschändet, Wohnungen und Ladengeschäfte verwüstet. 400 Menschen wurden ermordet, verhaftet oder nahmen sich in der Folge dieser Ereignisse das Leben. Mit einer Intervention der Künstlerin Tatiana Lecomte
erinnert die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main am 9. November an die Opfer der »Reichspogromnacht« und die folgende Schoa.

In Frankfurts Innenstadt wird am 9. November 2019 zwischen 18:00 und 19:00 Uhr die Straßen- und Fassadenbeleuchtung gelöscht. Dieser scheinbar geringe Eingriff verändert den öffentlichen Raum und
bringt die Wahrnehmung der gewohnten Umgebung ins Wanken, löst Unbehagen bei den PassantInnen aus.
Das Fehlen des Lichts steht dabei sinnbildlich für die Absenz einer ganzen Gruppe von Menschen, für die Jüdinnen und Juden, die seit 1933 sukzessive vom öffentlichen Leben ausgeschlossen, verfolgt und ermordet wurden. Den Flammen vom 9. November 1938 stellt die Künstlerin eine Stunde Dunkelheit gegenüber.

Das Restlicht wird Tatiana Lecomte während der Intervention auf lichtempfindlichen Fotopapierbahnen einfangen.

Tatiana Lecomte wurde 1971 in Bordeaux geboren. Sie studierte an der Académie des Beaux-Arts in Lyon, an der Universität für angewandte Kunst in Wien sowie an der Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam. Die Künstlerin arbeitet neben der Fotografie auch mit Film und Interventionen im öffentlichen Raum.

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Termin
09.11.2019
Beginn
18:00 Uhr
Ende
19:00 Uhr
Veranstalter
Tatiana Lecomte für die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main

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