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18.03.2018 / Adar - Nisan

Luminale - Westend-Synagoge verhüllt

Schunck Dölcker auf der Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung

Abb. © Schunck DölkerDie Westend-Synagoge ist in diesem Jahr zum ersten Mal Teil der Luminale – Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung. Der Jüdischen Gemeinde Frankfurt ist es gelungen, in der Kategorie art vom Kuratorium ausgewählt zu werden. Die Synagoge wird nach einem Konzept des interdisziplinären Designstudios Schunck Dölker in neuem Licht erscheinen. Projizierte Tarnmuster verhüllen und inszenieren die sonst unbeleuchtete Architektur und machen sie weithin sichtbar.

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Durch eine dynamische, interaktive Fassadenprojektion an der Synagoge in der Freiherr-von-Stein-Straße wird nicht nur auf die Architektur des geschichtsträchtigen Ortes, sondern auch auf die Jüdische Gemeinde Frankfurt aufmerksam gemacht.


Die sonst unbeleuchtete Fassade der Westend-Synagoge wird von den Darmstädter Künstlern Florian Schunck und Felix Dölker mit einer Projektion bespielt und weithin sichtbar gemacht. Die Gestaltung der Projektion erschwert den Besuchern aus der Ferne das Erkennen der Architektur und schafft mit Ihren Störbildern einen Moment der Verschleierung. So wird an die Neugierde der Besucher appelliert sich dem „versteckten“ Gebäude anzunähern.
Die Ästhetik der projizierten Tarnmuster erinnert an digitale Glitches, Kompressionsartefakte oder auch an Muster, die zum Verschleiern der Form von Prototypen, bspw. in der Automobilindustrie, eingesetzt werden. Sie sind dabei nicht nur ein maximaler Kontrast zur sonst unbewegten Fassade, sondern beziehen sich auf die Geschichte der Gemeinde und des Gebäudes, greifen destruktive Elemente, aber auch die Notwendigkeit der Tarnung und der Anpassung, den Wiederaufbau und das Zusammenwachsen auf.

Gleichzeitig nehmen die Besucher durch ihre Anwesenheit und Bewegungen Einfluss auf die Fassadenprojektion. Es entsteht eine Verbindung mit den Betrachtern, die sich aus der Entfernung nähern. Das Spiel mit Nah- und Fernwirkung und den Erwartungen der Betrachter erzeugt eine Dramaturgie, die sich in der Bewegung um und auf das Gebäude zu erschließt. Die abstrakte Interaktion mit der Projektion ist ein Hinweis auf die Beziehung zwischen Menschen und ihrer Umgebung und verweist auch auf Effekte unwissender Einflussnahme. Durch die interaktive Komponente findet ein Dialog zwischen Mensch und Architektur und den Menschen untereinander statt. Das Projekt steht so nicht nur sinnbildlich für die Funktion, die die Synagoge innerhalb der Gemeinde erfüllt, sondern auch für Ihre Verankerung im städtebaulichen Kontext.

Termininfos

Termin
18.03.2018
Beginn
18:00 Uhr
Ende
23:00 Uhr
Veranstalter
Jüdische Gemeinde Frankfurt
Veranstaltungsort

Freiherr-vom-Stein-Straße 30
60323 Frankfurt am Main

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